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Am Teufelsteich 4

Anschrift (heute):
Am Teufelsteich 4
Flurstück (heute):
Gemarkung Peitz, Flur 7, Flurstück 121 (841.9 m²), 123 (1280.4 m²), 642 (5273.5 m²), 763 (188.6 m²), 764 (27750.6 m²), 765 (249.6 m²)
Kurzbezeichnung:
FRANCKE
Gründung:
vermutlich 1925
Firmengründer:
Paul und Hermann FRANCKE
Produktionsprofil:
Reißwollfabrik, Färberei, Textilrecycling
Umfirmierungen:
1913 Lausitzer Wollwerke GmbH Kunstwollfabrik mit Färberei
1936 Lausitzer Wollwerke Francke & Co. Reißwollfabrik
1959 Lausitzer Wollwerke Francke & Co. mit staatlicher Beteiligung
1972 VEB Lausitzer Wollwerke
1990 Lausitzer Wollwerke GmbH
1991 Lausitzer Wollwerke Francke und Co. KG
Niedergang:
09.07.1991 Lausitzer Wollwerke GmbH
Lausitzer Wollwerke Francke und Co. KG existiert noch
heutige Nutzung:
Lagergebäude, Werkstatt, Industriepark
 
Lagebild_2

Beschreibung/Erläuterungen:

Am 16.04.1913 oder am 23.09.1913 ersteigertenn die aus Cottbus stammenden Brüder Paul und Hermann FRANCKE eine Reißwollfabrik und Färberei und gründen die Firma Lausitzer Wollwerke Francke. /4/ Gekauft wurde hier wahrscheinlich die Fabrik des Bruno und Julius Gründer in der Kurzen Straße 1 (Georgenhof), deren Produktion 1906 eingestellt wurde.

Das Areal Am Teufelsteich 4 wurde wahrscheinlich im Jahr 1925 als Werk II der Lausitzer Wollwerke bebaut.

Am 31.12.1936 erfolgte eine Umwandlung der Umwandlung der "Lausitzer Wollwerke GmbH Kunstwollfabrik mit Färberei" in die "Lausitzer Wollwerke Francke & Co. Reißwollfabrik". Die Umfirmierung erfolgte wahrscheinlich aus steuerrechtlichen Gründen. /4/

Am 31.12.1938 wurde ein Unterstützungsverein der Angestellten und Arbeiter der Lausitzer Wollwerke Francke & Co. beim Amtsgericht Peitz eingetragen. Der Verein stellte sich zur Aufgabe, Betriebsangehörigen der Lausitzer Wollwerke Francke & Co. in unverschuldeten Notfällen eine Unterstützung zu gewähren und bei eintretendem Sterbefall der Betriebsangehörigen den Witwen und Waisen ein einmaliges Sterbegeld zu gewähren, sofern sie sich in einer Notlage befanden. Mitglieder wurden alle Betriebsangehörigen nach einer einjährigen ununterbrochener Betriebszugehörigkeit. Mitgliedbeiträge wurden nicht erhoben. Die erforderlichen finanziellen Mittel wurden von der Firma dem Verein zur Verfügung gestellt. /4/

In der Nacht vom 5. zum 6. Dezember 1942 brannte das Hauptgebäude mit allen Büroräumen nieder. Der Schaden war durch die Feuerversicherung abgedeckt. Betriebsräume waren nicht oder nur wenig betroffen. /4/

Bis zum April 1945 wurde die Produktion aufrecht erhalten. Peitz wurde am 25.04.1945 von der Roten Armee besetzt. Danach ruhte das Geschäft offensichtlich bis Ende 1945 um im Januar 1946 wieder aufgenommen zu werden. /4/

Am 29.05.1959 nahmen die Lausitzer Wollwerke Francke & Co., Peitz, die Deutsche Investitionsbank, Berlin unter Fortführung der bisherigen Firma ab 01.07.1959 als Gesellschafter auf. Der Kommanditist Deutsche Investitionsbank leistete eine Einlage in Höhe von 289.000,00 DM. Die Kapitaleinlagen der vierzehn privaten Gesellschafter betrugen entspr. 1. Nachtrag zum Gesellschaftsvertrag vom 17.10.1961 in Summe 534.000,00 DM. Als Zweck der Gesellschaft wurde genannt: "... die Herstellung von Reisspinnstoffen und Polsterwolle, sowie die Herrichtung von maschinenfertigen Lumpen." Der private Betrieb lief damit unter einer staatlichen Beteiligung weiter. /4/

Am 31.05.1972 wurde der Betrieb volkseigen und unter dem Namen VEB Lausitzer Wollwerke Peitz fortgeführt. Der bisherige geschäftsführende Komplementär Dr. Kurt FRANCKE wurde stellvertretender Direktor und Werner GRÖGER Direktor. /4/

1981 wurde eine ausgemusterte Dampflokomotive 52 80 70 - 6 als Ersatz für die ausgefallene betriebliche Heizanlage angeschafft. Diese Lokomotive steht heute noch auf dem Betriebsgelände. 1988 wurde der Betrieb an die Fernwärmeleitung des Kraftwerkes Jänschwalde angeschlossen. /4/

Spätestens 1989 wurde Werner SCHRECK Direktor und Frank MINGE stellvertretender Direktor des Betriebes. Am 01.07.1990 wurde der Betrieb in eine GmbH umgewandelt. /4/

Am 16.09.1990 meldete Karl Jürgen FRANCKE aus Altenburg bei der Treuhandgesellschaft Cottbus einen Besitzanspruch bezüglich den Lausitzer Wollwerken an. Daraufhin erfolgte von 1991 bis 1992 eine Rückübertragung der Firma und des Georgenhofes an eine Erbengemeinschaft mit dem Komplementär Karl Jürgen FRANCKE. Der neue Firmenname lautet "Lausitzer Wollwerke Francke und Co. KG" Der Georgenhof wird für Wohnzwecke saniert und vermietet. Bis 1997 entstanden hier 27 Wohnungen. Sämtliche Maschinen wurden verschrottet. Die ehemaligen Produktionsgebäude wurden mit 10 ABM-Kräften saniert. Der Betriebszweck wurde umgewandelt in einen Sortierbetrieb mit Werksverkauf von SecondHand-Ware und in die gewerbliche Vermietung sowie Hausverwaltung der Gebäude. Der Sortierbetrieb der Lausitzer Wollwerke Francke und Co. KG wurde am 28.02.2010 eingestellt. Es entstand ein Industriepark, der heute noch genutzt wird. /4/