Wappen der Gemeinde Teichland

Chronik Maust

Maust

Neuigkeiten und Mitteilungen der Arbeitsgruppe "Ortschronik Maust"

Kältetod eines Mauster Lehrers

Dr. Friedrich Bange hat bei der Durchsicht einer "Cottbüschen Chronica", die ein Kirchenmann aus Burg verfasst hat und die vom 1. Jahrhundert bis zum Jahr 1848 reicht, eine Nachricht gefunden, die einerseits ein tragisches Schicksal vermeldet, die andererseits den Mauster Chronisten ermöglicht, einen weiteren Lehrer aus der Frühzeit des Schulwesens im Dorf zu identifizieren. Es handelt sich um den Schullehrer KOLOSCHE, der in Neuendorf und Maust unterrichtete. Er ist am 07.12.1815, von Cottbus kommend, in seiner Wohnung erfroren und erst am nächsten Tag gefunden worden. Es war zu der Zeit eine grausame Kälte. Auch ein Peitzer erfror an diesem Tag am Spreeufer.

03/2019 Müh.

Fritz Pilgram (-im) zu Maust - ein einflussreicher Lausitzer Lehnbürger

In den 2018 erstmals veröffentlichten "Beiträgen zur Heimatgeschichtsforschung der Dörfer der Gemeinde Teichland" wird in der Abhandlung zur urkundlichen Ersterwähnung von Maust dargestellt, dass im Jahre 1507 ein Pilgram (-im) zu Maust Bürge in einem höchst delikaten Geldgeschäft war, das dem neu ernannten Bischof der Bistums Brandenburg Hyronimus Schultz, die päpstliche Bestätigung sicherte. Pilgram (-im) zu Maust war also jemand, der vom Bischof als vertrauenswürdig und wohlhabend angesehen wurde. Er war in der Niederlausitz beheimatet. Dazu schreibt Prof. Dr. Krausch:

Was nun die Familie v. Pilgram angeht, so ist diese in der frühen Neuzeit in Guben und seiner Umgebung sowie in Dörfern der Kreise Sorau und Cottbus ansässig gewesen. In Guben gehörte die Familie ... zu den alten Geschlechtern, Söhne von ihr studierten u.a. an der Universität Leipzig.

In den Anmerkungen von Houwaldt /5/ zu einer Urkunde vom 15. Juni 1531 wird Fritz Pilgrim zu Maust als Erbseß bezeichnet. Als Erbseß wird ... ein mit erblichem Grundbesitz, Hausbesitz angesessener Vollbürger, Alteingesessener bezeichnet. Das verweist darauf, dass Fritz Pilgrim das Dorf Maust (vielleicht auch das Vorwerk und die Maustmühle) zum Lehen besessen hat. Die Lehen des Amtes Peitz wurden vom Kurfürsten von Brandenburg vergeben. Nachweisbar ist, dass Fricz Pilgrim zu(m) Maust auch Lehnsnehmer des Klosters Neuzelle war. Das wiederholte Auftauchen in Urkunden als Bürge, Zeuge oder Liegenschaftsveräußerer lässt vermuten, dass er unter den bestimmenden Niederlausitzer Familien ein hohes Maß an Ansehen und Vertrauen besaß und er offensichtlich auch gut vernetzt war. Darauf deutet beispielsweise seine Benennung als einer der beauftragten Vertreter der Stände des Markgrafentums Niederlausitz zur Beilegung einer Streitsache des Landvogtes der Niederlausitz, Heinrich von Tunckel von Bernitzko mit Jakob und Reichardt von der Schulenburg im Jahre 1517 hin. Dazu beigetragen haben könnte auch, das Fritz Pilgram (-im) vermutlich auch dem Bischof des Bistums Brandenburg beratend zur Seite stand. Darauf verweist Dr. W. Töpler, Leiter des Bistumsarchivs Görlitz:

Siegel des Pilgram
Siegel des Fritz Pilgram (-im) zu Maust, Foto: Dr. Frank Knorr
Dass er (Pilgram) im Umkreis des Bischofs öfter auftaucht, lässt vermuten, dass er ein Rechtsgelehrter war und dem Bischof in diesem Punkt von Nutzen war. Ein Studium in der Familie war ja durchaus nicht unüblich gewesen. (s.o.). Dass er ein Adliger gewesen ist, darauf gibt es, laut W. Töpler, keinen Hinweis, auch wenn auf der Urkunde von 1507 und anderen Urkunden sein Siegel zu finden ist (siehe beigefügte Abbildung). Dazu meint W. Töpler: "Hier dürfte es sich einfach um ein sprechendes Siegel handeln, also ein Wappen, in dem der Besitzer seinen Namen bildhaft darstellt.

Und warum bezeichnete er sich nun ausgerechnet als Pilgram (-im) zu Maust? Wahrscheinlich wollte er mit dem Namenszusatz "zu(m) Maust" als Mitglied des in der Niederlausitz breit verankerten Familienclans Pilgrim ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Mitgliedern der Familie setzen - ein Umstand, dem wir einen bemerkenswerten Einblick nicht nur in die Geschichte von Maust sondern auch in die Geschichte der Niederlausitz verdanken.

03/2019 Müh.

Peitzer Amtsbuch 1554 ist online

… und geben 24 Hühner wie die anderen auch … es sei denn, er hat darüber ein sonderlich schriftlich Schein …

Solche Passagen gibt es viele im Peitzer Amtsbuch von 1554. Dieses sehr umfangreiche Werk ist jetzt mit Erlaubnis des Brandenburgischen Landeshauptarchives vollständig mit der Transliteration und ergänzenden Begleitartikeln im Internet verfügbar. Drei Autoren haben es zeitaufwändig aufbereitet, so das es auch für den nicht schriftkundigen Betrachter lesbar ist. Am besten gelingt das übrigens am PC indem man mit der Maus über die Bilder fährt.

Einige Dinge werden noch ergänzt und die Autoren wünschen eine interessante Lektüre, die aber nicht in wenigen Minuten zu schaffen ist. Rund um das Amtsbuch gibt es interessante Dinge zu lesen. Zum Beispiel zur damaligen Schrift und was man aus den Tintenspritzern auf den Originalseiten alles erkennen kann.

Und hier Link zum Peitzer Amtsbuch 1554: www.fknorr.de/amtbuch

02/2019 Kno.

Hans Molbach - ein wohlhabender Cottbuser?

In dem 2018 veröffentlichten Begleitheft 1 der Teichlandchroniken /11/ wird in dem Beitrag zur urkundlichen Ersterwähnung von Maust auf den Seiten 75-80 dargestellt, dass 1482 ein Hanns MOLBACH/ MULBACH das Dorf Maust zum Lehen erhielt. Wie es zu der Annahme kam, dass dieser wahrscheinlich ein wohlhabender Cottbuser Bürger war, sei nachfolgend dargestellt.

Der Landesherr als Lehensgeber hatte Maust zur Bewirtschaftung vergeben. Es kann davon ausgegangen werden, dass der bewusste Hanns MOLBACH/ MULBACH zu der/ zum Maust ebenso wie der 1507 erstmals genannte Fritz PILGRIM ein finanziell potenter Lehensnehmer war. Ob der Name MOLBACH/ MULBACH als Hinweis auf eine Mühle bei Maust zu verstehen ist, dafür gibt es bislang keinerlei Beleg, auch wenn der Name selbst auf eine Familientradition im Mühlengewerbe verweisen könnte. Lateinisch wird die Mühle als mola, molo, molendinum bezeichnet und im alten Niederdeutsch als Mole. Molbach ist demzufolge der Mühlbach.

Es wurde deshalb nach dem Auftreten des Familiennamens Molbach/ Mulbach/ Mühlbach in der Niederlausitz im 15. Jahrhundert geforscht. Es ergaben sich mehrere Hinweise. In der Veröffentlichung /5/ wird auf der Seite 58 über die Belehnungen des Dorfes Groß Döbbern vermerkt: dort seien um das Jahr 1450 die von LOEBEN "angesessen". Neben ihnen besaßen jedoch noch mehrere Cottbuser Bürger im Dorf Geld- und Getreidezinsen. Unter anderem wird in diesem Zusammenhang ein Apatz von MOLBACH genannt, der 1452 ... die Gerichte mit allen Gnaden und Freiheiten in Groß Döbbern, wie sie vorher Hans ROCKOW besessen hatte ... empfing.

Es scheint zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich gewesen zu sein, dass wohlhabende Cottbuser Bürger, sogenannte Lehnbürger, ihr Geld in Lehensbesitz in nahe gelegene, teilweise auch weiter von Cottbus entfernten Dörfern anlegten. Diese Vermutung wird durch die Quelle /7/ gestützt: Lindchen gehörte bis 1816 zur brandenburgischen Herrschaft (Amt) Cottbus. Um 1462 saßen dort die von MÜHLBACH. Die Annahme, dass es sich bei diesen um selbige wohlhabende Cottbuser Familie handelte, die auch in Groß Döbbern Lehensbesitz erworben hatte, drängt sich auf. Dass diese zutreffen könnte, wird durch folgenden Urkundenvermerk gestützt: In /4/ finden sich auf den Seiten 256 ff. Aussagen über die Besitzer des Gutes Pretschen bei Wittmannsdorf. Auf Seite 258 wird über ein ausgiebiges Besäufnis eines gefürchteten Raubritters und Straßenräubers in der Schenke zu Pretschen im Jahre 1462 berichtet. Bei der Nennung derer, die zu diesem Besäufnis hinzugekommen sind, wird vermerkt: Es sint ouch czu on in den krack kommen Laurentz Molbach, des marggrafen Kastener zcu Cottbus, .... Kastner/ Kastener/ Castner ist eine historische Berufsbezeichnung. Ein Kastner wurde im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit für einen Amtsbezirk bestellt, wo er mit der Aufsicht und Verwaltung des herrschaftlichen Kammergutes beauftragt war. Dazu zählte insbesondere der "Kasten", der Speicher in dem die Naturalabgaben der Untertanen zusammenflossen. Die Bezeichnung Kastner wurde in Cottbus später in Amtsrat oder Oberamtmann gewandelt. Sie waren der Kurkammer des Landesherren unterstellt. Laurentz/ Lorentz MOLBACH taucht 1464 erneut auf, dieses Mal als Zeuge in einer Lehenssache, betreffend das Dorf Koppatz. /6/ S. 261-262, Regest 179. Und auch Laurentz/ Lorentz MOLBACH erwirbt dörflichen Lehensbesitz: Markgraf Friedrich belehnt seinen diner, hofgesinde u. l. und getr. Lorentz Molbach am 8. April 1465 mit dem Dorf Kunersdorf mit Zubehör. /6/ S. 265, Regest 191, Bl. 138 b

Es kann also mit einiger Sicherheit vermutet werden, dass es sich bei dem Hanns MOLBACH/ MULBACH zu Maust um einen Cottbuser Bürger bzw. den Angehörigen eines wohlhabenden Cottbuser Familienclans, den Molbachs, gehandelt hat, auch wenn sich das in den Unterlagen des Cottbuser Stadtarchivs nicht nachweisen lässt. Die Nachforschungen nach dem Namen MOLBACH/ MULBACH/ MÜHLBACH erbrachten folgendes: Robert Kalwa (1868 - 1953), Archivar im Stadtarchiv Cottbus, erarbeitete die sog. Familienbücher der Stadt Cottbus. Als früheste Quellen nutzte er die Bauordnung von 1551 und das "Register der Hauptsummen und Zinsen, so die Bürger und Bauern ... in den Gemeinen Kasten schuldig - die Schatzung von 1572". Im Band L-M auf Seite 67 wird ein MOLBACH (MEHLBACH), Thomas, versehen mit dem Bürgerrecht, für das Jahr 1572 erwähnt. Sein Berufsstand wird mit Höker (Kleinhändler) angegeben. Für das Jahr 1609 ist dort noch ein MOLBACH George (Joh.), Maurer, aufgeführt. Ein MÜHLBACH, Joh. Georg Wilh., Schuhmacher ist für 1782 vermerkt.

02/2019 Müh.

Juro Grüß - ein verdienter Mauster Lehrer

Am 6. Oktober 2018 wurde in Drachhausen des verdienstvollen Lehrers Martin GRÜß gedacht, der nicht nur lange Jahre als Lehrer in Neuendorf gewirkt hat, wie der im Dezember 2018 erschienenen Geschichte des Dorfes Neuendorf (Nowa Wjas) zu entnehmen ist, sondern der sich auch als Volksdichter in das Gedächtnis der wendischen Bevölkerung der Niederlausitz eingeschrieben hat. Die aus diesem Anlass erschienene Broschüre über das Leben und Wirken von Martin Grüß (Hrsg. Niedersorbisches Sextett e.V.: Martin Grüß - Wendischer Lehrer und Volksdichter. Drachhausen. 2018) brachte auch neue Erkenntnisse über den in Maust tätigen Juro (Georg) Grüß. Er war einer von fünf Brüdern, die von ihrem Vater, einem Drachhausener Kleinbauern, alle angeregt wurden, den Lehrerberuf zu ergreifen. Bekannt war, dass Juro Grüß zum Zeitpunkt der Eröffnung der neuen Mauster Schule im Jahr 1862 Lehrer im Dorf war und bis 1867 in Maust wirkte. Frau Elikowska-Winkler übermittelte den Mauster Ortschronisten nun einen Auszug aus dem Bramborski Serbski Casnik, der in seiner Ausgabe vom 02.01.1878 vermerkte, dass Juro Grüß 11 Jahre in Maust gewirkt hat - d.h. dass er seit 1856 Lehrer in Maust gewesen sein muss. In dem Beitrag wird das Wirken von Juro Grüß u.a. wie folgt gewürdigt:

Er war voller Liebe zu seinem Beruf als Lehrer, er verstand es, die Kinder zum Lernen der deutschen und der wendischen Sprache anzuspornen und die Kinder hätten die Schule gern besucht.

01/2019 Müh.

Auswirkungen der Raseneisenerzgewinnung auf die Teichwirtschaft und die Mauster Kossäten

Die Dissertation von Frank MÜLLER in /3/ vermerkt an mehreren Stellen die Auswirkungen der Gewinnung des Raseneisenerzes auf die Gemarkung Maust, den Betrieb der Teiche und die Leistungen, die von den Mauster Kossäten zu erbringen waren. Über das bereits in der "Chronik des Dorfes Maust/ Hus" dargestellte hinaus finden sich bei Frank Müller weitere interessante Einzelheiten. Um einen ungestörten Betrieb des Hochofens zu gewährleisten wurden z. B. immer wieder erhebliche Handdienste abverlangt. Dazu Frank Müller: "Im März 1663 fasste der Cottbuser Amtsrat Hermann LANGE die wöchentlich benötigten Dienste der Untertanen zusammen... Jeweils 10 Teichbauern aus Maust, Bärenbrück und Neuendorf sollten zum Holzschlagen und zur Lehmanfuhr eingesetzt werden... Bezogen wurde der Lehm aus der Gegend um Turnow..." (Seite 35). Diese Dienste waren zu den ohnehin zu leistenden Diensten in den Teichen doch eine ganz erheblich zusätzliche Belastung für die Kossäten. Zumal wenn man die elende wirtschaftliche Situation nach dem 30-jährigen Krieg in Betracht zieht.

Auch der bei der Verfolgung seiner wirtschaftlichen Interessen gewiss nicht zimperliche Amtsrat HUBERT hatte sich als Teichpächter ggf. den Erfordernissen des Hüttenbetriebes unterzuordnen. Auf den Seiten 327 - 328 schildert F. Müller die Situation der Raseneisenerzgewinnung. Dabei kommt auch die Gewinnung des Erzes aus den Teichböden zur Sprache. Sie war umstritten, bestanden doch Ängste, dass die Teichböden ramponiert würden und dass eine regelmäßige Bewässerung der Teiche gestört würde. Trotz aller Bedenken wurde seit 1760 auch in den Teichen nach Erz gegraben. Dass dies dem Amtsrat Hubert, der ja seit 1768 alle Anstrengungen unternahm die Teichwirtschaft effektiv und wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben, nicht so recht gefiel, kann man sich vorstellen. Doch hier kam er an die Grenzen seiner Einflussmöglichkeiten. Im Jahre 1783 wurde ihm befehligt, die Peitzer Karpfenteiche nicht eher zu befüllen, bis zum einen der Bau des 4. Hammers beim Eisenwerk abgeschlossen "und der Eisen Stein aus dem Teufels und Mauster Unter Teiche herausgegraben" sei.
(Geh. Staatsarchiv St. PK, I. HA, Rep 112 Oberbergamt Berlin. Nr. 35, Kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer am 23. 9. 1783, Bl. 132)

12/2018 Müh.

Interessanter Fund im Familienarchiv

Fritz Lauk stellte aus dem Familienarchiv eine "Quittungskarte A" zur Verfügung, die seiner Großmutter Luise HENDRISCHKE gehörte. Sie ergänzt den Beitrag von 08/2018 über die "Bescheinigung über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarte Nr. 7 für Johann HENDRISCHKE". Die Quittungskarte für Luise HENDRISCHKE enthält auf der Rückseite sieben Marken für vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer wöchentlich gezahlte Beiträge für die Invaliditäts- und Altersversicherung aus den Jahren 1913 und 1914. Warum die Ausstellung der Karte aus dem Jahr 1919 datiert, konnte nicht aufgeklärt werden. Es könnte sich um die nachträgliche Bestätigung der in den Jahren 1913 und 1914 gezahlten Beträge handeln. Luise HENDRISCHKE wird als landwirtschaftliche Arbeiterin geführt. Sie war in den Sommermonaten zeitweilig auf dem Vorwerk/ Gut Maust beschäftigt.

Vorderseite Quittungskarte Sozialversicherung
Vorderseite der Quittungskarte für Luise Hendrischke
Rückseite Quittungskarte Sozialversicherung
Rückseite der Quittungskarte für Luise Hendrischke. Die handschriftlichen Eintragungen auf der Rückseite stammen aus der Kinderzeit von Fritz Lauk, sind also nicht von amtlicher Natur.

11/2018 Müh.

Wie die Umnutzung des Mauster Schäfereistandortes für Wohnzwecke erfolgte

In der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" wird in dem Kapitel 13, das sich der Besiedlung des Dorfes Maust widmet, auf Seite 285 zur Besiedlung der Schäferei vermerkt, dass diese im wesentlichen zu Beginn der 1930er Jahre stattfand.

Wie und wann sich der Vorgang konkret vollzog, darüber gab es bisher nur die Angaben der heutigen Besitzer. Im Zuge der Erarbeitung einer Gesamtdokumentation der Geschichte des Vorwerkes/ Gutes Maust konnte nun im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam ein Vorgang ermittelt werden, der den Verkauf der Schäferei an 3 Mauster Einwohner dokumentiert. (Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 3B Regierung Frankfurt (Oder) III D Nr. 1915) Das Konvolut umfasst ca. 140 Blatt und enthält Schriftstücke zur Vorbereitung des Verkaufs, zum Verkauf selbst, zur Kaufpreiszahlung und zu Katasterangelegenheiten.

Mit Schreiben vom 8. März 1932 genehmigt das Preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Verkauf von 3 zur Domäne Cottbus-Peitz gehörenden Parzellen an:

für zusammen 2.716 Reichsmark. Das Grundstück für Friedrich ZERNA wurde an ihn mit dem darauf stehenden Schäfereihaus veräußert. (s. Abb.)

Aktenstück zum Verkauf der Schäferei
Aktenstück zum Verkauf der Schäferei, BLHA Potsdam

Die Kaufverträge wurden am 11.05.1932 abgeschlossen. Damit war das Ende der Schäferei Maust besiegelt. An sie erinnert heute nur noch der Adresse Schäferei.

11/2018 Müh.

Steuer-Hebebücher - eine wichtige Quelle zum Vorwerk/ Gut Maust

Im Historischen Archiv der Teichdomäne befindet sich eine ganze Anzahl von Konvoluten mit sogenannten Hebebüchern für die Steuererhebung. Sie enthalten nicht nur wichtige Informationen zur personellen Ausstattung der Domäne insgesamt, sondern lassen auch Rückschlüsse auf die Situation im Vorwerk/ Gut Maust zu. Ergänzende Recherchen zu den in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" bereits dargelegten Fakten haben folgendes ergeben:

Aus den Hebebüchern für die Steuerjahre 1896 bis 1904, in denen anfangs noch die Steuerpflichtigen des Gutsbezirkes Maust gesondert ausgewiesen wurden, lässt sich zwar keine Personal- und Einkommensstruktur ermitteln, jedoch zumindest erkennen, welches Führungspersonal in Maust beschäftigt wurde. Als "Wirtschaftsinspektor" fungierten:

Auch die Angaben zum Viehbestand des Vorwerkes konnten ergänzt werden. Der Viehbestand des Vorwerkes zählte:

10/2018 Müh.

Bauzeichnung der früheren Gutsschmiede gefunden

Bei den nach 2012 fortgeführten Recherchen zur Baugeschichte des Vorwerkes/ Gutes Maust fand sich 2018 im Historischen Archiv der Teichdomäne Peitz eine Bauzeichnung für den Neubau der Schmiede des Vorwerkes/ Gutes aus dem Jahre 1918 samt der dazugehörigen Bauerlaubnis, die für ein Jahr gültig war. Somit dürfte die Zeit der Errichtung in den Jahren 1918/1919 gelegen haben. Wie in der Mauster Ortschronik auf Seite 302 dargestellt, wurde dieses Gebäude nach 1945 umfunktioniert. Es handelt sich heute um einen Teil des Nebengebäudes in der Allee 1, welches noch durch einen Stall erweitert wurde.

Bauzeichnung der Gutsschmiede Maust vom 16.02.1918
Bauzeichnung der Gutsschmiede Maust vom 16.02.1918, Archiv Teichdomäne Peitz

09/2019 Müh.

Kleine Karte - wertvolle Information

Johann HENDRISCHKE war als Kutscher auf dem Vorwerk/ Gut Maust beschäftigt. Nach Aussagen seines Enkels Fritz LAUK erstmals vom 15. bis zum 21. Lebensjahr. Dann, nach seiner Heirat, verzog er 1906 nach Hänchen bei Cottbus. Dem Lebenslauf von Johann HENDRISCHKEs Tochter Frieda ist zu entnehmen, dass die Familie im Jahr 1909 wieder in Maust ansässig wurde. Ab 1909 arbeitete Johann wieder als Kutscher auf dem Vorwerk/ Gut bis zu dessen Auflösung im Zuge der Bodenreform 1945.

Den Anspruch für eine Alters- ggf. auch eine Invaliditätsrente gab es nach dem Gesetz vom 22.06.1889, mit dem erstmals in Deutschland eine gesetzliche Altersversorgung für Arbeitnehmer eingeführt wurde. Damals war dies eine sehr umstrittene, wie sich jedoch im Nachgang zeigte, wirklich revolutionäre soziale Maßnahme für die lohnabhängige arbeitende Bevölkerung.

Die nachstehende "Bescheinigung" diente dem Nachweis des ordnungsgemäßen Umtauschs der sogenannten Quittungskarte. Diese Quittungskarte wiederum diente durch das Aufkleben von Marken dem Nachweis der vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer wöchentlich gezahlten Beiträge für die Invaliditäts- und Altersversicherung für ein Beitragsjahr. Darauf begründete sich dann der Rentenanspruch.

Rentenkarte Johann HENDRISCHKE vom 02.09.1901
Bescheinigung über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarte Nr. 7 für Johann Hendrischke vom 02.09.1901, Sammlung Fritz Lauk, Maust

08/2018 Müh.

Eine Klassenfahrt im Jahr 1950 - heute undenkbar

Wir schreiben das Jahr 1950. Eine Schulklassenfahrt für die Jahrgänge 1936/1937/1938 der Mauster Grundschule war vorbereitet worden. Der aus Maust stammende LKW-Besitzer Wilhelm HENDRISCHKE (Tempo-Wilhelm) war mit der Durchführung beauftragt. Ersatzfahrer war Wilhelm REGEL, sein Nachbar. Es ging für zwei Tage in die Sächsische Schweiz. Alles war perfekt vorbereitet. Ab ging die Fahrt - 15 bis 20 Schüler auf der Ladefläche des alten LKW's mit Holzgas! Ziel war Bad Schandau. Die Hinfahrt hat der LKW gut überstanden, die Schüler auf der Ladefläche auch.

An eine feste Unterkunft in Bad Schandau war damals allerdings nicht zu denken. Eine an einem Hügel stehende Scheune, gefüllt mit Heu, war die Übernachtung. Für alle Schüler natürlich ein tolles Erlebnis. Auch die Heimfahrt am zweiten Tag ging gut. Für alle Teilnehmer der Fahrt war es ein unvergessliches Ereignis.

Erinnert an die Fahrt hat sich Erhard OEHRKE, Mitglied der Arbeitsgruppe Ortschronik Maust.

07/2018 Müh.

Zu Hause wurde Wendisch gesprochen

Ortschronist Fritz LAUK hat vor einiger Zeit ein Zeitzeugengespräch mit dem heute 93-jährigen Fritz NOACK geführt. Fritz NOACK's Elternhaus stand auf dem Grundstück Mühlenweg 4. Er hatte fünf Geschwister, 2 Schwestern und 3 Brüder. Die Familie lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Seine Eltern konnten von ihrer kleinen Landwirtschaft nicht leben und arbeiteten in jungen Jahren in Cottbus.

Arbeiter 1915
Arbeiter auf dem Cottbuser Güterbahnhof 1915. x Vater, xx Mutter von Fritz Noack. Das Foto wurde von Fritz Noack zur Verfügung gestellt.

Seine Kindheit verbrachte Fritz NOACK nur teilweise in Maust. Er musste schon früh als Hütejunge bei Verwandten in Wilmersdorf seinen Beitrag zur Verbesserung der ärmlichen Familiensituation leisten. Aus der Schulzeit ist ihm erinnerlich, dass er bei seinem Schulanfang im Jahr 1931 kaum Deutsch konnte. In seiner Familie wurde fast ausschließlich Wendisch gesprochen. Selbstverständlich gab es eine wendische Bibel und ein wendisches Gesangbuch im Haus. Sein Lehrer (vermutlich Herr RUBEN) hat sich dann seiner angenommen und ihm Nachhilfeunterricht in Deutsch gegeben. Das war auch notwendig, denn, wie sich Zeitzeugin Luise HANSCHKE in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus", Seite 350, erinnert, wurde in der Schule nur noch in Deutsch unterrichtet. Auch seine Schwester Anna, Jahrgang 1928, bestätigte in einem Gespräch in 2012, dass ihre Eltern und Großeltern fast nur wendisch miteinander sprachen. Sie selbst könne ebenfalls wendisch und sorbisch sprechen und schreiben. Ab 1952 ging Fritz NOACK zur Ausbildung nach Kleinwelka in das Sorbische Institut für Lehrerbildung und war dann bis zu seiner Pensionierung Anfang der 1990er Jahre als Lehrer in Sielow tätig.

06/2018 Müh.

Kriegsvorbereitung in Schule und HJ

Wie die Schulkinder während des Nationalsozialismus auch in Maust schon sehr früh auf den späteren Krieg eingestimmt wurden, das zeigt ein erhalten gebliebenes Rechenbuch von Liesbeth HANSCHKE aus dieser Zeit. Fritz LAUK hat das Buch aufbewahrt und in das Archiv der Teichlandchroniken eingebracht.

Rechenbuch der Kurmark um 1933, S. 49
Rechenbuch der Kurmark um 1933, Seite 49
Rechenbuch der Kurmark um 1933, S. 50
Rechenbuch der Kurmark um 1933, Seite 50

In der Hitler-Jugend (HJ) wurden die Jungen und Mädchen ab dem 10. Lebensjahr dann in ihrer Freizeit entsprechend gedrillt. Zeitzeuge Fritz NOACK, Jahrgang 1925, aus Maust stammend, hat das nachstehende Foto aus dem Jahre 1938 zur Verfügung gestellt.

Appell der Hitlerjugend 1938 in Heinersbrück
Appell der Hitlerjugend 1938 in Heinersbrück

Es zeigt eine Gruppe von HJ-Jungen aus Maust, Bärenbrück, Neuendorf und Heinersbrück anlässlich eines Appells auf dem damaligen Sportplatz in Heinersbrück. Neben militärischem Drill wurden die Jungen vor allen durch diverse Kriegsspiele auf das Kommende vorbereitet.

05/2018 Müh.

Arbeitskräfte des Vorwerkes Maust während des 2. Weltkrieges

Eines der Vorhaben der Arbeitsgruppe Ortchronik Maust für 2018 ist, eine zusammenhängende Darstellung der Geschichte des Vorwerkes Maust zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wurden bei Recherchen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam Angaben zum Einsatz von ausländischen Arbeitskräften im Jahre 1944 gefunden. In einem Bericht zur Domänenbereisung 1944 vom 23.09.1944 werden aufgeführt:

Untergebracht waren die ausländischen Arbeitskräfte unter anderem im Anbau des Wohnhauses des Gutinspektors. (Quelle: Brandenburg. Landeshauptarchiv Potsdam. Die Bauten der Domäne Peitz (1936 - 1944). Rep 3 B III D. Nr. 1926.)

Die Franzosen waren nach Aussagen von Zeitzeugen in dem heute nicht mehr existierenden Familienhaus an der Maustmühle linksseitig des Hammergrabens untergebracht.

Gebäude Mühle Nr. 6
ehemaliges Familienhaus an der Maustmühle, Unterkunft der französischen Kriegsgefangenen im WK II, Archiv Dr. Wolfgang Liersch/ Frank Knorr

04/2018 Müh.

Mauster Schulverhältnisse im 3. Reich

Ergebnisse von Recherchen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam liefern weitere ergänzende Fakten zur Schulsituation in Maust während der Zeit des Nationalsozialismus (siehe dazu auch: Geschichte des Dorfes Maust/ Hus, Seiten 142-144). In einem Schreiben des Schulvorstandes Maust vom 1. Juni 1936 an den Regierungspräsidenten in Frankfurt/ Oder ist u.a. eine Darstellung der Schulsituation in Maust enthalten (siehe dazu auch: Neuigkeiten und Mitteilungen ... 03/2017). Sie vermerkt u.a.:

"Maust nur eine Lehrkraft. Eine 2. Lehrerstelle ist wegen der zu erwartenden Schülerzahlen dringend erforderlich."

Es blieb allerdings bei der Ein-Lehrer-Besetzung der Schule, wie aus folgenden Angaben hervorgeht:

Alle vorgenannten Angaben finden sich in:

Diese Angaben werden durch die Unterschriften im Zeugnisheft von Lotte ZERNA bestätigt und ergänzt. Dort zeichnet für das Sommerhalbjahr 1938 noch EICHLER, dann bis zum Sommerhalbjahr 1939 KOBELA und erst ab 2. Halbjahr 1940/41 ein Herr MUHSLICK, der auch das Abschlusszeugnis der 8. Klasse 1942 unterzeichnet. Zu dieser Zeit war allerdings auch schon der in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" mehrfach erwähnte Lehrer RETSCHLAG im Dienst.

Die Zeugnisse wurden von Herrn Detlev Schulze, Maust, zur Verfügung gestellt.

03/2018 Müh.

Der erste Lehrer im Mauster Schulhaus

In der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus wird auf den Seiten 84 - 86 über die recht holprig vonstatten gegangene Errichtung des ersten Schulhauses von Maust bis 1820 berichtet. Offen geblieben war dabei, wer denn nun der erste Lehrer war, der in den Genuss von einer "... geräumigen Schulstube, einer Stube/ Kammer für den Lehrer und einem besonderen Stall für die Kuh ..." gekommen war.

Aus der Reihe der auf Seite 349 genannten Lehrer kam dafür mit einiger Wahrscheinlichkeit der dort aufgeführte Lehrer LEHMANN infrage. In den im Stadtarchiv Cottbus befindlichen Akten des Rittergutes Brunschwig, in denen vor einiger Zeit zur Geschichte der Teichpächterfamilie HUBERT recherchiert wurde, fand sich ein Konvolut "Wiesenzins welcher von ... verschiedenen Dörfern entrichtet wird" mit einer Liste der Zinspflichtigen aus Maust für die Jahre 1823 und 1829 . Darin ist auch der Schullehrer LEHMANN aufgeführt. Damit dürfte nun sicher sein, dass LEHMANN der erste Lehrer im neu erbauten Mauster ersten Schulhaus gewesen ist.

02/2018 Müh.

Mauster Untertanen protestieren gegen die Leistung von Diensten im Winter

In den Archivalien des Landeshauptarchivs in Potsdam finden sich zahlreiche Akten aus der Zeit bis zur preußischen Agrarreform im 19. Jahrhundert, die sich mit Beschwerden von Kossäten und Büdnern gegen zu hohe und unzeitgemäße Dienste befassen, auf der anderen Seite aber auch von Urteilen, in denen diese abgewiesen wurden.

Speziell Dienste in der Winterzeit, die oft aus Transportleistungen bei schlechten Witterungs- und Wegebedingungen bestanden, führten zu Auseinandersetzungen. Die Obrigkeit wollte diese Zeit für Holztransporte nutzen, die Kossäten hatten Sorge um ihr Zugvieh, das meist aus Pferden und Ochsen bestand. So gibt es aus der Zeit von 1762 bis 1765 mehrere Vorgänge, die sich mit der Weigerung zur Leistung von Teichdiensten und Holzfuhren im Winter durch die Untertanen von Maust, Neuendorf und Bärenbrück befassen. Ihnen wird seitens der Obrigkeit mit Gefängnis und Geldstrafen gedroht. (BLHA, 2. Kurmärkische Kammer, D 7563) Ein Gesuch speziell der Mauster Untertanen von Holzfuhren entlastet zu werden, wird so beschieden, dass sie Holzfuhren durchführen müssen, aber nur bei geeignetem Wetter, nicht aber z.B. bei Glatteis. (BLHA, 2. Kurmärkische Kammer, D 7437)

01/2018 Müh.

Der Mittelpunkt der Gemarkung Maust

Die Gemarkung Maust umfasst 1464,8 ha. Sie ist damit die größte unter den 3 Gemarkungen (Bärenbrück, Maust, Neuendorf), die zusammen die Gemeinde Teichland bilden. Neuendorf mit dem Kraftwerksstandort kommt auf 1185,1 ha und Bärenbrück auf 864,9 ha. Bei Maust haben die Peitzer Teiche einen sehr großen Flächenanteil. Abgesehen von einigen kleinen Hälterbecken liegen alle Teichflächen in der Gemarkung Maust. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Mittelpunkt der Mauster Gemarkung im Teichgebiet liegt. Die Koordinaten sind:

Der Mittelpunkt liegt auf dem Flurstück 17 in der Flur 5 der Gemarkung Maust am Rand einer kleinen Insel im Friedensteich-Nord. Und wie bei Bärenbrück und Neuendorf wieder einmal ganz in der der Nähe des Wassers. Teichland hat es eben mit dem Wasser.

Übersichtskarte Mittelpunkt Maust
Übersichtskarte Mittelpunkt Maust, M 1 : 19000
Detailkarte Mittelpunkt Maust
Detailkarte Mittelpunkt Maust, M 1 : 2000

01/2018 Kno.

Ein fast vergessener Ort - Maust Ausbau

Der Begriff "Maust Ausbau" ist wohl nur noch den älteren Mauster Einwohnerinnen und Einwohnern geläufig. Jüngeren oder Neu-Maustern hingegen sagt "Maust Ausbau" vermutlich gar nichts, geschweige denn, wo dieser Ort war und wer dort lebte. Dabei ist es nur 45 Jahre her, dass die letzte Bewohnerin das Grundstück verlassen hat. Es war Marie ZASOWK. Danach übernahm es die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und der damalige VEB SERO (Volkseigener Betrieb Sekundärrohstoffe) nutzte es als "Knochenplatz" für die Lagerung der Knochen von geschlachteten Tieren. Die Gebäude waren zuvor binnen kürzester Zeit von Mauster und Döbbricker Einwohnern geplündert und zum Zwecke der Baumaterialgewinnung abgerissen worden. Dabei waren sie über viele Jahrzehnte Wohn- und Arbeitsstätte mehrerer Familien gewesen.

Wo genau befand sich nun eigentlich dieses "Maust Ausbau"? Interessanterweise unweit des in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" auf Seite 19 dargestellten Platzes "Alt Maust" und der bronze-/ eisenzeitlichen Fundstätten in der Flur Maust.

Maust Ausbau
Lage des einstigen Mauster Ausbaus am Schwarzen Graben nordwestlich von Maust

Zwar konnte bisher kein Dokument gefunden werden, das genauen Aufschluss gibt, seit wann "Maust Ausbau" besiedelt war. Aus den Angaben von Frau Sigrid KAMENZ aus Döbbrick, der Tochter der letzten Bewohnerin, ist jedoch bekannt, dass ihr Großvater, Martin ZASOWK auf in seinem Besitz befindlichen Acker- bzw. Wiesenflächen an dieser Stelle vermutlich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts dort gesiedelt hat und ein Gehöft mit Wohngebäude, Stall und Scheune errichtete. Alte Fotos der Wohngebäude zeigen die typische Architektur der Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts üblichen Kossäten- und Häuslergehöfte. Wer auf "Maust Ausbau" lebte, ist dank der Angaben von Frau KAMENZ auch bekannt. Martin ZASOWK und seine Frau Johanna sowie ihre Nachkommen sind hier vor allem zu nennen. Genauere Angaben finden sich in dem Zeitzeugenbericht, den Frau KAMENZ den Mauster Ortschronisten Manfred Kalischke und K.-F. Mühler gegeben hat. Der Mauster Ortschronist Manfred Kalischke hat zudem alles bisher Auffindbare zu "Maust Ausbau" gesammelt und dokumentiert. Neben alten Fotos und Zeitungsveröffentlichungen hat er aus Zeitzeugenbefragungen und Vor-Ort-Besichtigungen einen Lageplan der Wohn- und Wirtschaftsgebäude erstellt. Die Dokumente werden zu gegebener Zeit in das historische Archiv von Maust überführt.

12/2017 Müh./Kal.

Grabinschriften des alten Mauster Friedhofs

In der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" findet sich auf den Seiten 403 bis 406 eine vom Mauster Ortschronisten Manfred KALISCHKE verfasste Darstellung der Geschichte der Friedhöfe und Friedhofshallen in Maust. Der dort erwähnte Alte Friedhof wurde Anfang der 1990er Jahre beräumt und auf der Fläche der heutige Kinderspielplatz eingerichtet. Ortschronist Fritz LAUK hatte damals eine Reihe von Grabdenkmälern gerettet. Sie sind heute an der linken Seitenwand der Trauerhalle des Neuen Friedhofs angebracht und mit einem erläuternden Text versehen.

Dankenswerterweise wurden von ihm auch die nachfolgenden Inschriften von Grabsteinen und -kreuzen anlässlich der Beseitigung des ersten Mauster Friedhofs, der seit 1858 bestanden hatte, aufgeschrieben, um sie als Zeugnisse des Lebens im alten Dorf Maust für die Nachwelt zu erhalten. Sie sollen an dieser Stelle als Zeugnisse des Gedenkens in früheren Zeiten veröffentlicht werden, vermitteln sie doch durchaus auch ein Bild der damaligen Verhältnisse im Dorf.

Der Kossät
Friedrich Twarz
07.10.1861 - 25.02.1917

Reinholt Twarz
23.03.1903 - 13.05.1911

Hanna Twarz
31.12.1905 - 09.05.1915

Wilhelm Twarz
25.02.1909 - 09.05.1915

Die Söhnchen des Schmiedemeisters Adolf Müller
Alfred 18.08.1912 - 05.09.1914
Albert 30.05.1914 - 14.03.1916
Friedrich Wilhelm 27.03.1915 - 29.10.1918
Reinhold Karl 09.07.1918 - 03.11.1918

Ausgedingerin
Marie Hendrischke, geb. Noack
30.08.1852 - 09.12.1930

Ausgedinger
Martin Hendrischke
08.11.1852 - 05.05.1926

Marie Hendrischke, geb. Mehlow
01.05.1859 - 27.09.1929

Friedrich Hendrischke
20.10.1906 - 21.09.1908

Ausgedinger
Matthes Simula
03.03.1840 - 25.02.1912

Ausgedinger
Martin Perk
17.09.1858 - 04.05.1927

Die Jungfrau
Anna Parnack
18.08.1879 - 24.01.1929

Der Häusler
Martin Domke
03.10.1853 - 27.11.1918

Anna Domke, geb. Glowka
08.06.1851 - 30.11.1927

Der Häusler
Martin Fettke
22.12.1863 - 23.07.1926

Wilhelm Buchhardt
11.07.1873 - 20.01.1930

Die Kossätin Ausgedingerin
Christiane Zasowk, geb. Krüger
01.02.1851 - 17.12.1912

Ausgedinger
Christian Zasowk
Veteran von 1870–1871
31.05.1849 - 09.09.1933

Christian Regel
1840 - 1918

Marie Regel, geb. Baruck
1876 - 1918

Anna Huschmann, geb. Buder
07.07.1846 - 21.02.1926

Johanna Borschka
27.07.1844 - 17.07.1912

Marianne Borschka, geb. Keiser
08.01.1880 - 30.05.1919

Anna Stephan, geb. Zehmann
21.04.1874 - 10.04.1909

Elisabeth Glanak, geb. Zerna
24.12.1864 - 27.04.1923

Johann Michhauke
11.04.1839 - 05.03.1911

Johann Kuhlmann
22.03.1851 - 15.08.1927

Liesa Zerna
~ Domke ~ (Rest unleserlich)

Marie Schomber, geb. Buder
1854 - 1918 (oder 1919)

Ernestine Pölchen, geb. Müller
01.11.1837 - 01.04.1911

Hanz Huschmann
1909 - 07.03.1928
Grabsteinspruch:
Hat er es den beschlossen
An mein Verhängnis gehen
(Anmerkung: Hanz Huschmann wurde bei einem Streit in den Oberschenkel gestochen und verstarb, ehe Hilfe herbei kam. Siehe dazu nachfolgenden Text.)

11/2017 Müh./Lau.

Streit mit bösem Ausgang - Messerstecherei in den Teichen

Der in Bautzen herausgegebene Serbski Casnik berichtete in seiner Ausgabe vom 15. März 1928 über einen Streit mit tödlichem Ausgang in Maust. Der nachfolgend auszugsweise wiedergegebene Text erhellt den in dem vorstehenden Beitrag aufgeführten Grabsteinspruch für Hanz Huschmann.

"Viele Arbeiter aus den umliegenden Dörfern arbeiten in den Teichen. Zwei Jugendliche begannen sich miteinander zu tändeln und einer warf dem anderen Sand an den Kopf. Mit Namen waren dies Fritz Mettke aus Döbbrick, 22 Jahre alt, und Hanz Huschmann aus Maust, 18 Jahre alt. Es kam im weiteren zur Schlägerei. Als gegen Abend die Arbeit zu Ende war, stänkerten beide auf dem Weg nachhause weiter. Der Döbbricker hatte sich ein Messer von einem ausgeliehen, ... ging auf den Mauster los und stach ihm ins Bein irgendwo am Bauch, es war wohl eine Schlagader zerschnitten. Huschmanns Hanz hat noch ein Stück geschafft, dann aber konnte er nicht mehr weiter und brach zusammen, er hat sein Zuhause nicht mehr lebend erreicht, sein Herz blieb stehen und der letzte Atemzug verging für immer. ... Ein Doktor aus Peitz, welcher frühzeitig hinzugerufen wurde, konnte ihm keine Hilfe mehr bringen. Der Mörder, als er sah, was er getan hatte, floh. Der Landjäger (Dorfpolizei) nahm ihn aber am anderen Tage fest und hat ihn der Obrigkeit in Cottbus zugeführt. Schuldig waren wohl beide. Vergangenen Sonnabend ist Huschmanns Hanz mit Musik beerdigt worden. Die ganze Jugend hat ihn auf seinem letzten Weg begleitet."

Die Übersetzung wurde freundlicherweise von Bernd Kamenz, Cottbus -Saspow zur Verfügung gestellt.

11/2017 Müh.

Dorfgemeinde und Gutsbezirk - über das Verhältnis von Maust und der Teichdomäne Peitz nach der preußischen Agrarreform

Anfang November 1858 erreicht ein Schreiben der Königlichen Regierung Frankfurt/ Oder, Abteilung Inneres vom 29. Oktober 1858 den Königlichen Landrat zu Cottbus. In dem Schreiben wird festgestellt wird, dass die Bestandteile der Teichdomäne Peitz von jeher zu den Gutsbezirken der Domäne Cottbus, resp. der Domänen Cottbus und Peitz gehört haben. Sie sollen daher nicht den Gemeinden zugeordnet werden, sondern weiter als Gutsbezirk bestehen bleiben. Das Schreiben nimmt ausdrücklich Bezug auf die preußische Gemeindeordnung aus dem Jahre 1850.

Die „Gemeindeordnung für den preußischen Staat“ vom 11. März 1850 unterstützte eigentlich Bestrebungen der Dörfer zur größeren Eigenständigkeit. Mit dieser Gemeindeordnung sollte "... der gesamten ländlichen Bevölkerung Gelegenheit gegeben werden, ehrenamtlich an der Verwaltung beteiligt zu werden." Sie wurde allerdings wegen großer Vorbehalte vor allem der Gutsbesitzer, aber wie das Schreiben beweist, auch Teilen der Königlichen Regierung, nur zögerlich und unvollständig umgesetzt. In dem Schreiben wird festgehalten:

  1. Das Teichwärterhaus zu Baerenbruck mit den daran gelegenen Königl. Amtsteichen
  2. das Vorwerk Lacoma mit den in dessen Feldmark gelegenen Königl. Teichen
  3. das Vorwerk Maust mit den daran liegenden Königl. Amtsteichen zu Neuendorf und Maust
  4. die zu diesen Teichen gehörenden zwei Teichwärterhäuser
  5. das Teichwärterhaus in Glintzig mit den Teichen zu Glintzig und Dahlitz sowie
  6. der Streckteich zu Glintzig

gehören von jeher zu den Gutsbezirken der Domaine Cottbus, resp. der Domainen Cottbus und Peitz. Sie sollen daher nicht den Gemeinden zugeordnet werden, sondern weiter als Gutsbezirk bestehen bleiben. Das Interessante daran ist:

Dass z.B. die Gemeinde Maust durchaus gewillt und in der Lage war, ihre eigenen Interessen notfalls auch gerichtlich durchzusetzen, dass aber andererseits auch die Domänenpächter als Träger der Rechte und Pflichten ihres Gutsbezirkes (in dem sie bis 1872 sogar noch die Polizeigewalt hatten, nicht aber mehr die gutsherrliche Gerichtsbarkeit) gewillt waren, diese ebenfalls ohne Kompromisse wahrzunehmen, dafür finden sich in den Akten des Landeshauptarchivs Potsdam und des Kreisarchivs Spree-Neiße in Forst zahlreiche Beispiele. Einige davon sind in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" in dem Kapitel 6 Seiten 67 ff. aufgeführt.

10/2017 Müh.

Durstige Mauster Kehlen auf Peitzer Bier angewiesen

Die "Bürgerliche Policey Ordnungk im Cottbusischen Weichbilde Anno 1570", die sich im Stadtarchiv von Cottbus befindet, enthält unter anderem die Cottbuser Bierordnung. Diese beinhaltet auch eine Liste der Dörfer, die nicht brauen. Es werden aufgeführt: Drehnow, Neuendorf, Preilack und Maust. Und womit sollten die Bewohner dieser Dörfer ihren Bierdurst löschen? "Diese Dörfer haben Peitzer Bier zu verbrauchen." Na, dann: Prost!

09/2017 Müh.

Wie Lange hat der Männer-Gesangverein in Maust existiert?

Aus einer Reihe erhalten gebliebener Talon-Quittungen (Talon = Gutschein) geht hervor, dass der Männer-Gesangsverein Maust, über den in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" auf Seite 131 berichtet wird, mindestens bis zum 26. November 1938 bestanden haben muss. Bis auf wenige Ausnahmen hat jeweils ein Herr WOLLENIK den Erhalt des Geldes bestätigt. Er war vermutlich der Übungs- bzw. Chorleiter. Der Talonblock wurde von Fritz Lauk, Maust, vor der Vernichtung gerettet und befindet sich heute im historischen Archiv der Teichlandchroniken.

Quittung des Männergesangvereins Maust 1938
Quittung über 9 Reichsmark für Übungsstunden mit dem Männer-Gesang-Verein Maust vom 26.11.1938

09/2017 Müh.

Eine heikle politische Angelegenheit

Im Jahr 1947 gab es Bestrebungen, die Bodenreform in Maust wieder rückgängig zu machen, weil die Auflösung des Gutes/ Vorwerkes, das bis 1945 eng in den fischereiwirtschaftlichen Betrieb eingebunden gewesen war, für das Teichgut Peitz ganz erhebliche wirtschaftliche Nachteile mit sich gebracht hatte. Allerdings war das politisch derart heikel, dass die SED-Oberen von Cottbus und die Landesregierung Brandenburg davor zurückschreckten. Dieser Vorgang ist in einem Aktenkonvolut im historischen Archiv des Teichgutes Peitz dokumentiert und wurde den Mauster Ortschronisten von Dietrich Kunkel, Peitz, zur Kenntnis gebracht. Er belegt, dass die zwangsweise Auflösung der wirtschaftlichen Einheit von Teichgut Peitz und Vorwerk/ Gut Maust im Jahre 1945 nach 165 Jahren gegenseitiger Verflechtung zu gravierenden Problemen geführt hatte.

08/2017 Müh.

Das Personal des Vorwerkes/ Gutes Maust im Jahre 1880 und seine Vergütung

Einen genaueren Einblick in die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des Vorwerkes/ Gutes Maust erlaubt ein im historischen Archiv des Domäne Peitz lagerndes Dokument aus dem Jahre 1880, die Vergütung des damaligen Personals betreffend. Das Dokument wurde freundlicherweise von Dietrich Kunkel, Peitz, zur Verfügung gestellt.

Dienstleute des Vorwerkes Maust im Jahr 1880 mit ihrer Entlohnung [M ... Mark]:

Damit betrugen die Lohnkosten des Vorwerkes Maust für einen Inspektor, 3 Knechte und 4 Mägde mindestens 1929 Mark je Jahr. Die Mägde verdienten sogar mit 126 M etwas mehr als die Knechte mit 123 M. Aus dem gleichen Jahr 1880 ist auch der Viehbestand des Vorwerkes/ Gutes bekannt:

08/2017 Müh.

Ein Aderlass für Maust - die Abwanderung von Mauster Einwohnern in die Westzonen und die BRD von Januar 1946 bis Ende Juli 1961

In den Monaten vor Ende des 2. Weltkrieges und in der Zeit danach hatte Maust einen erheblichen Einwohnerzuwachs. Hatte Maust 1939 413 Einwohner, so war diese Zahl 1946 auf 543 gestiegen, betrug 1950 noch 491 und sank bis Ende 1964 wieder auf 411 Einwohner. Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten fanden nach Kriegsende in Maust zunächst erst einmal ein Unterkommen und nicht wenige von ihnen später eine neue Heimat.

Die in Maust bereits im September 1945 realisierte Bodenreform, die die Flächen des zur Teichdomäne Peitz gehörenden Gutes Maust an landlose und landarme Bauern sowie Gutsarbeiter verteilte, gab auch einigen der Flüchtlinge und Vertriebenen die Chance eines Neuanfanges. Auch dass der Unternehmer Martin KIELBLOCK gleich nach Kriegsende die Produktion dringend benötigter Gebrauchsgegenstände aus Metall aufnahm und rasch ausbaute, bot nicht wenigen Mausterinnen und Maustern eine Erwerbsmöglichkeit. Trotzdem war ein ständiger Abgang von Einwohnern aus dem Dorf zu verzeichnen. Und das vielfach in die drei Westzonen und nach Westberlin. Oft, weil sich Familienangehörige aus durch die Kriegswirren zerrissene Familien wieder gefunden hatten, nicht selten aber auch, weil die Westzonen bessere wirtschaftliche Perspektiven boten. Auch die Unzufriedenheit mit den politischen Zuständen in der russischen Besatzungszone und späteren DDR spielte eine gewichtige Rolle und nahm bis 1961 zu.

Der Mauster Ortschronist Manfred KALISCHKE hat sich der Mühe unterzogen, aus den noch vorhandenen Einwohnerverzeichnissen diese Abgänge zu erfassen und zu analysieren. Insgesamt verließen von Januar 1946 bis Ende Juli 1961 35 Einwohner das Dorf in Richtung Westen wie die nachfolgende Aufstellung zeigt:

Von diesen "Abgängen" gehörten 18 zu den "Neu-Maustern" und 17 zu den Alteingesessenen bzw. zu Familien, die bereits längere Zeit vor Kriegsende nach Maust gekommen waren. Während 1946 ausschließlich Vertriebene Maust wieder verließen, kann man bei den Abgängen der 1950er Jahre davon ausgehen, dass bei nicht wenigen politische Gründe eine gewichtige Rolle für das Verlassen der DDR gespielt haben müssen. Das zumindest lassen die Ergebnisse der Recherchen der Mauster Ortschronisten schlussfolgern. Natürlich spielten auch persönliche Gründe eine Rolle. So zum Beispiel bei der letzten "Übersiedlung", die nach Auskunft der betreffenden Person am 27. Juli 1961 stattgefunden hat, aber im Einwohnermelderegister am 30.07.1961 registriert wurde. Die junge unverheiratete Frau aus Maust wollte mit ihrem Freund und dessen Mutter die DDR verlassen. Da aber die Kontrollen zu dieser Zeit seitens der DDR-Behörden schon recht scharf waren, ersann man als List eine im Norden der DDR angeblich stattfindende Beisetzung eines Angehörigen, an der man teilnehmen wollte. Als Trauergemeinde fuhr man dann bis Berlin und dort gelang in Trauerbekleidung und mit einem fingierten Trauerkranz kurz vor dem 13. August der Übergang von Ost nach West.

07/2017 Müh.

Wider die Völlerei und Trunksucht - ein Kampf gegen Windmühlenflügel

In der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus wird auf Seite 80 auch über die stark verbreitete Gewohnheit des Pfeiferauchens und des Branntweintrinkens im 19. Jahrhundert berichtet. Ein Dokument des Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Frankfurt/ Oder, zu dem auch Maust gehörte, versuchte, die erheblichen Ausmaße der Trinkerei einzugrenzen. Den Landräten aller Kreise, sowie allen Polizei - Obrigkeiten und Schulzen wurde in einem Circulair No. 16 pro 1843 vom 01.10.1843 dringend empfohlen, ... den Geschäftsbetrieb der Gast- und Schankwirte auf das Strengste beaufsichtigen zu lassen, und auf diese Weise dem immer mehr überhand nehmenden Laster der Völlerei und Trunksucht zu steuern. Dazu sollten Orts-Sitten-Gerichte eingeführt werden, um ... die als Trunkenbolde zu bezeichnenden Personen mit mehr Sicherheit herauszufinden und zu kontrollieren .... Bei Erteilung und Verlängerung von Gewerbeerlaubnissen sollte den Schankwirten die Erlaubnis verweigert werden, die dreimal oder mehr wegen des Ausschanks an Betrunkene bestraft sind.

Zwar kann die Historie der Mauster Gaststätten, wie in der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus dargestellt, bis in diese Zeit zurück verfolgt werden. Belege für ein Orts-Sitten-Gericht wurden aber bisher nirgendwo gefunden. Es ist anzunehmen, dass man derartige Dinge im Dorf, wenn überhaupt, wohl auf andere Weise geregelt hat.

Anordnung zur Trunksuchtbekämpfung 1843
Anordnung zur Trunksuchtbekämpfung in Preußen vom 01.10.1843

06/2017, Müh.

Mauster Fastnacht vor 90 Jahren

Im Jahr 2017 wurde in Maust wieder einmal eine Große Fastnacht gefeiert. Es war die 4. Große Fastnacht nach der Wende 1989. 60 Paare und 13 Kinder nahmen teil. Sowohl beim Umzug als auch im Festzelt ging es sehr stimmungsvoll zu, wobei das eine oder andere Schlückchen Alkohol wohl auch dazu beitrug. Und es blieb friedlich.

Die Fastnacht vor 90 Jahren, von der schon in der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus auf der Seite 364 berichtet wird, war auch sehr stimmungsvoll, aber eben auch zeitweilig ziemlich chaotisch. Das war dem Serbski Casnik in seiner Ausgabe vom 24. Februar 1927 einen ausführlichen Bericht wert, der hier auszugsweise wiedergegeben werden soll:

Am Sonntag ist der Vormittag und Nachmittag friedlich vergangen, aber zum Abend um 5 Uhr sahen wir schon Mädchen und Jungen gehen, hörten die Musikanten; zwischen 8 und 9 war der Saal schon schön voll. Die Jugend aus verschiedenen Dörfern war hier und die Bänke waren voller Frauen. Sie waren bis die Nacht 1 Uhr zum Tanz ... (Am Montag hat) das Zampern schon um 9 Uhr begonnen, die Jungen waren als Frauen verkleidet, einer mit einer Ziehharmonika ist vorangegangen und so sind sie ... Haus für Haus abgegangen, so lange bis die freigiebigen Leute (die Körbe) gefüllt hatten mit Eiern, Gebäck, Fleisch und Brot und anderen guten Gaben ... Nachmittag um 3 sind alle zu den Leuten gegangen, wo die Tochter die Älteste ist, dort haben sie richtig große Sträußchen auf den Hut befestigt bekommen, dann gingen sie zum Wirtshaus, jedem Mädchen gaben sie eine Flasche guten Schnaps in die Hand und dann stellten sie sich zum Zug auf ... Sie zogen durch das ganze Dorf und wieder zurück, unterwegs traten die Musikanten zum Kaufmann ein ... Dort wurde ... das Tanzbein geschwungen und dann zogen sie weiter in die Wirtschaft tanzen und alle waren so froh und einig bis um 10 Uhr abends. Danach waren die Köpfe voll bei denen, die nicht mehr verstanden Frieden zu halten und einige fingen an sich zu schubsen und reißen und Vorwürfe zu machen und es war ein so schreckliches Gerede, dass es nicht mehr zum Anhören war. Am Dienstag sind die Männer auf das (vom Bürgermeister und den zwei Jagdpächtern) versprochene Bier gegangen, um die 8. Stunde sind die nach Hause ihre Frauen holen und Junge und Alte waren fröhlich beisammen ... Aber das dauerte nicht lange, schon fing wieder der Streit an. Jetzt aber riefen sie den Gendarmen herbei, und der hat der Freude auf einmal ein Ende bereitet. Beim Nach Hause gehen haben die Streitenden noch den Bürgermeister überfallen, so dass er um Hilfe rufen musste ... Sonst war alles herrlich ...

Anmerkung der Redaktion: Aus dieser Beschreibung man sehen kann, wie man das schönste Fest verderben kann - durch Schnaps, wenn man sich den über die maßen in den Hals gießt ...

Die Übersetzung stellte freundlicherweise Bernd Kamenz, Regionalhistoriker aus Cottbus-Saspow, zur Verfügung.

Fastnacht Maust 1925
Auf dem Foto aus dem Jahre 1925, das auch in der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus auf Seite 129 abgebildet ist, finden sich vermutlich auch einige derer, die an der Mauster Fastnacht 1927 beteiligt waren.

06/2017, Müh.

Maustmühle und Eisenerzverarbeitung - aktuelle Forschungsergebnisse

In der Geschichte des Dorfes Maust/ Hus wird auf Seite 234 der Frage nachgegangen, ob es vor der Erbauung des Peitzer Hüttenwerkes, in Maust bereits eine Raseneisenerzverhüttung mittels Luppenfeuer gab. Obwohl einige Indizien dafür sprechen, konnten von dem Mauster Ortschronisten Dr. Frank KNORR keine eindeutigen Belege dafür gefunden werden. Nun hat Dr. Frank MÜLLER in seiner umfangreichen, hochinteressanten Dissertation an der BTU Cottbus /3/, S. 24-25 zu dieser Frage nochmals tiefgründig recherchiert. Trotz der Heranziehung weiterer Quellen konnte jedoch auch von ihm keinerlei "handfester" Beweis für eine derartige Verhüttung bei Maust gefunden werden. So bleibt es bis auf weiteres bei einer Vermutung.

05/2017, Müh.

Streit um das Wasser des Hammergrabens

Die Hauptnutzer des Wassers im Hammergraben waren von Anbeginn die Teichwirtschaft, die Maustmühle und das Peitzer Hüttenwerk. Alle drei achteten mit Argusaugen darauf, dass ihre Belange nicht durch den jeweiligen anderen Nutzer beeinträchtigt wurden. Und jede wirkliche oder vermeintliche Benachteiligung führte meist zu teilweise heftigen und rechtlichen Auseinandersetzungen. So auch im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zwischen dem für die Weiterentwicklung der Teichwirtschaft bedeutsamen Cottbuser Amtsrat HUBERT und seinem Gegenpart, dem Faktor des Peitzer Hüttenwerkes ANDRAE. Ein solcher Rechtstreit wird von Dr. Frank MÜLLER in seiner Dissertation /3/, S. 298-300 dargestellt. ANDRAE sah den Betrieb des Hüttenwerkes wegen Wassermangels infolge der Anlegung neuer Teiche durch HUBERT beeinträchtigt. Das führte 1774 zu einem Rechtsstreit. Der mit der Untersuchung beauftragte externe Gutachter SCHADE allerdings stellte fest, dass dem nicht so wäre und die über den Hammergraben zugeführte Wassermenge bei normaler Wasserhöhe für alle drei Hauptnutzer ausreichend sei. Dass derartige Streitereien bis in die Neuzeit immer wieder auftraten und dabei die Maustmüller als Streitpartei keine geringe Rolle spielten wird in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" in einem gesonderten Abschnitt " Mühlenstreitigkeiten, Mühlen im Unter- und Oberlauf" auf den Seiten 258-261 dargestellt.

05/2017, Müh.

Das Peitzer Amtsbuch von 1554 - eine reiche Quelle für die Heimatgeschichtsforschung der Gemeinde Teichland

Die Kopie der Originalschrift des „Peiznisch Ambtt Buch Anno 1554“ aus dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv wurde von Dr. Frank Knorr und Klaus - Dieter Stellmacher, Cottbus, komplett transliteriert und von Dr. F. Knorr und Dr. K.-F. Mühler mit erläuternden Beiträgen versehen. Damit ist dieser für die heimatgeschichtliche Forschung nicht nur für Teichland enorm wichtige Text wesentlich leichter auswertbar. Da ein Druck derzeit nicht finanzierbar ist, soll das Projekt so bald als möglich über das Internet zugänglich gemacht werden.

04/2017, Kno./ Müh.

Entstehung der Schäferei Maust geklärt

Der gleich am Ortseingang Maust auftauchende Straßennamen "Schäferei" hat schon zu vielen Nachfragen geführt, was es damit auf sich habe. Reste einer Schäferei sind heute nicht mehr zu finden. Die Auflösung der Schäferei ist, wie in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" dargestellt nicht genau datierbar, sie ging wohl allmählich vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vonstatten. Geklärt werden konnte an Hand eines im Sächsischen Staatsarchiv Dresden vorhandenen Dokuments aber nunmehr, seit wann es die Schäferei gegeben hat. Die Schäferei entstand im Zuge der Anlegung neuer Teichflächen in Lakoma durch den Teichpächter HUBERT. Dadurch wurden die Weideflächen für die Schäferei so vermindert, dass Hubert die Schäferei nach Maust verlegen musste. Deshalb wurden nach der Separation 1778 ein Schafstall und ein Schäfereihaus in Maust errichtet. Die zugehörige Separationskarte aus dem Jahr 1779 zeigt noch keine entsprechenden Gebäude. Der Bau wird demnach kurz nach 1779 erfolgt sein. Damit ist der bislang nicht bekannte Zeitpunkt der Entstehung dieser Gebäude in etwa benennbar. Da auch in Maust das Weideaufkommen nicht immer ausreichte, wurden die Schafe zeitweise sogar bis nach Bärenbrück gebracht.

Der Mauster Hobby-Maler Wilhelm STEPHAN, der in dem Gehöft Schäferei 8 lebte, hat Mitte der 1920er Jahre im Alter von 15-16 Jahren die Schäferei gemalt und auf diese Weise der Nachwelt zumindest einen kleinen Eindruck hinterlassen, was unter der Bezeichnung "Schäferei" einst zu verstehen war.

Schäferei und Schafstall Maust um 1925/ 1926, gemalt von Wilhelm Stephan (geb. 1910/ gest. 1977)
Schäferei und Schafstall Maust um 1925/ 1926, gemalt von Wilhelm Stephan (*1910, †1977)

04/2017, Müh.

Warum es in Maust nur eine Kolonistenansiedelung gegeben hat

In der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" ist vermerkt, dass die Ansiedelungspolitik Friedrich des Großen in Maust keine Gegenliebe fand. Nur der "Colonist und Schulmeister" MATTUSCHKA ist als solcher nachgewiesen. Und auch ihm wurden ziemliche Schwierigkeiten bereitet, sich in Maust dauerhaft zu etablieren. Nun konnten im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam Dokumente gefunden werden, die belegen, dass es durchaus weitere Aktivitäten gegeben hat, die aber alle nicht zum Tragen gekommen sind. So schlug z. B. der Amtsrat Hubert 1783 vor, 2-4 Kolonisten auf "einem Fleck Land bey dem Vorwerk Maust anzusiedeln“. (Schreiben vom 17.10.1783 an das Justizamt Cottbus). Der Vorgang endet mit einem Schreiben an Hubert, in dem Auflagen erteilt werden, wie bei der "Ansetzung der Colonisten" zu verfahren sei. Zu einer Ansiedlung kam es jedoch nicht.

Auch das "Gesuch des Grenadiers Hans KULISCH um einen Fleck Landes zum Anbau eines Hauses in Maust" aus der gleichen Zeit wurde abschlägig beschieden "Die Gemeinde will sich nicht darauf verstehen, selbigen dem Kulisch einzuräumen...". Die Gründe des Scheiterns der Ansiedlung dürften wohl im Widerstand der Kossäten und Büdner von Maust gelegen haben, die keine Verringerung ihrer ohnehin schon geringen Acker- und Weideflächen zulassen wollten.

04/2017, Müh.

Details über das Wirken des Junglandbundes in den 1920er Jahren in Maust

In der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" konnte für die 1920er Jahre an Hand eines Fotos (Ortschronik Maust, Seite 129) zwar belegt werden, dass der Junglandbund zu dieser Zeit im Dorf eine aktive Rolle spielte, es konnten dazu jedoch keine konkreten Angaben gemacht werden. Der Junglandbund war in der Weimarer Republik eine recht aktive, in ganz Deutschland vertretene Jugendorganisation mit bewusstem Bezug auf die ländliche Tradition. Ein Verzeichnis der Kreislandbünde und Landbund-Genossenschaften, das sich als Kopie im Bestand des historischen Archivs von Neuendorf befindet, hat nun genauere Informationen erbracht. Der Landbund und der Junglandbund hatten in Maust eine erhebliche Anzahl von Mitgliedern. 1924 gab es in Maust eine Ortsgruppe des 1919 gegründeten Kreis-Landbundes Cottbus mit 38 Mitgliedern. Ortsgruppenführer war Friedrich ZASOWK. Sein Stellvertreter war Wilhelm SCHULZ. Der Junglandbund Cottbus (gegründet 1921) war unterteilt in Gaue und Bezirke. Er hatte im Gau Nord, Bezirk II als stellvertretenden Bezirksführer Friedrich HUSCHMANN aus Maust. Die Ortsgruppe Maust hatte 18 Mitglieder. Obmann war Friedrich HUSCHMANN.

04/2017, Müh.

Mittelalterliche Ackerstrukturen sichtbar gemacht

Die im Mittelalter übliche Gewannestruktur der Feldfluren mit den darin liegenden Beeten, kam auch in der Mauster Flur zur Anwendung. Reste dieser Gewanne sind auf der ältesten erhaltenen Karte von Maust aus dem Jahre 1779, die im Großformat in der "Geschichte des Dorfes Maust/ Hus" abgebildet ist, erkennbar. Die aus der speziellen Pflügetechnik zu dieser Zeit resultierenden sogenannten Wölbäcker der Beete führte innerhalb der Gewanne zu einer typischen wellenartigen Oberfläche. Derartige Gewanne- und Beetstrukturen lassen sich mittels moderner Methoden der Reliefanalyse auch heute noch in der Flur Maust nachweisen und kartografisch sichtbar machen. Eine derartige Reliefanalyse der Flur Maust wurde durch Dr. Frank Knorr vorgenommen. Ein Abgleich der Ergebnisse mit den Karten von 1779 und 1844 sowie dem Erfahrungswissen von Fritz Lauk, Maust, erfolgte.

Die detaillierten Ergebnisse liegen in einem bisher unveröffentlichten Arbeitsbericht vor. Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird vorbereitet.

03/2017, Kno./ Müh.

Urkundliche Ersterwähnung von Maust früher als bisher angenommen

Die Fortführung der Recherchen zur urkundlichen Ersterwähnung von Maust haben als derzeitige Ersterwähnungszeitpunke die Jahre 1482 und 1484 erbracht. Es handelt sich bei beiden Erwähnungen um die Rechtsprechung zu Gebietsstreitigkeiten zwischen dem Kurfürsten von Brandenburg bzw. dem von ihm beauftragten Hauptmann von Peitz einerseits und einem Hanns MOLBACH/ MULBACH zu der/ zum Maust andererseits. Die Urkunden sind heute noch als zeitnah angefertigte Kopien erhalten. Im Zuge dieser Recherchen wurden auch weitere interessante Funde gemacht und ausgewertet, die das Bild von Maust im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit wesentlich ergänzen und vertiefen.

In den Akten des Domstiftsarchivs Brandenburg fand sich eine Urkunde mit der Erwähnung von Maust. In dieser Urkunde, datiert auf den 30. Juli 1507, wird Fritz (von) Pilgram (-grim) zu Maust als einer von mehreren Bürgen genannt. Die Urkunde ist im Original vorhanden. Auch das Siegel des Fritz (von) Pilgram (-im) zu Maust ist noch ziemlich vollständig erhalten. Bei der Urkunde geht es um die Beschaffung von 1.500 rheinischen Gulden für den neu ernannten Bischof des Bistums Brandenburg, Hyronimus Schultz. Der aus der Lausitz stammende Schultz war 1507 vom Kurfürsten von Brandenburg in die Position des Bischofs gebracht worden. Zur Erlangung der päpstlichen Bestätigung seiner Wahl als Bischof benötigte er Geld, das er aber nicht hatte. Einer der Bürgen für das daher erforderliche Geldleihgeschäft war Pilgram (-im) zu Maust.

Diese und weitere hoch spannende Geschichten bei der "Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen" sind in bisher unveröffentlichten Arbeitsberichten dokumentiert. Eine baldige Veröffentlichung ist vorgesehen.

03/2017, Müh.

Amtsrat Christian Gottlob HUBERT - ein rabiater Modernisierer

Die Familie HUBERT spielte im 18. und 19. Jahrhundert für die Entwicklung der Teichwirtschaft im Raum Cottbus-Peitz einschließlich des Dorfes Maust eine so bedeutende Rolle, dass es von Interesse war, sich eingehender mit ihrer diesbezüglichen Historie zu beschäftigen. Insbesondere Christian Gottlob HUBERT, königlicher Amtsrat, modernisierte die Teichwirtschaft durch die Anlage neuer Samen- und Streckteiche in Lacoma und Maust, um nicht mehr auf den Zukauf von Karpfensamen aus anderen Teichwirtschaften angewiesen zu sein. Zudem band er die Vorwerke Lacoma und vor allem Maust so eng in den Wirtschaftskreislauf der Domäne ein, dass ihre Herauslösung nur unter Inkaufnahme erheblicher Nachteile für die Vorwerkswirtschaft und die Teichwirtschaft möglich gewesen wäre. Durch das Anlegen neuer Teiche in Lacoma und Maust erweiterte er die Möglichkeiten für eine effektive Karpfenzucht. Bei der Durchsetzung dieser weitsichtigen Strategie setzte HUBERT alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel ein und ging dabei oft nicht nur bis an die Grenzen des gesetzlich Erlaubten, sondern versuchte auch, diese zu umgehen oder zu ignorieren. Das führte zu einer Vielzahl von rechtlichen Auseinandersetzungen, deren heute noch vorhandenen Aktenunterlagen eine reiche Quelle für Informationen bei der Rekonstruktion der damaligen Vorgänge sind.

Die diesbezüglichen Recherchen wurden von Herrn Hubert Ernst, Cottbus, und Frau Dora Liersch, Cottbus, großzügig unterstützt. Die das Dorf Maust über 165 Jahre lang maßgeblich prägende Symbiose von Teichwirtschaft und Vorwerk/ Gut Maust ist inzwischen dokumentiert und soll baldmöglichst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

03/2017, Müh.

Die Riesenpappel an der Maustmühle

In einer Broschüre aus dem Jahre 1954 findet sich eine Darstellung der heimatlichen Natur des damaligen Bezirkes Cottbus. In dieser Broschüre wird auch eine 30 Meter vor der Gastwirtschaft Maustmühle stehende riesige Schwarzpappel erwähnt. Sie wurde als geschütztes Naturdenkmal aufgeführt. Anhand eines Fotos von 1916 war es möglich, das Alter dieses Baumes zu schätzen. Danach könnte die Schwarzpappel im Jahre 1847 mit einer Pflanzhöhe von ca. 3 Meter gesetzt worden sein. Im Jahre 1967 wurde die Pappel Opfer eines Windbruches. Die Pflanzung im Jahr 1847 vorausgesetzt, wäre die Pappel damit mindestens 121 Jahre alt geworden. E. Oehrke hat dies für das Mauster historische Archiv dokumentiert und mit eigenen Fotos der umgestürzten Pappel versehen.

Die Pappel vor der Maustmühle, Postkarte Umlauf 1916, Verlag Albert Petersdorf, Cottbus
Die Pappel vor der Maustmühle, Postkarte Umlauf 1916, Verlag Albert Petersdorf, Cottbus

03/2017, Müh.

Mauster Frauenpower hat lange Tradition

Nicht nur heute, sondern auch schon in früheren Jahren wurde das gesellschaftliche, insbesondere das kulturelle Leben in Maust maßgeblich vor allem von den Frauen des Dorfes getragen. Die DFD-Ortsgruppe Maust spielte im Leben des Dorfes über viele Jahre eine aktive Rolle. Die Ortsgruppe wurde 1973 mit der Ehrennadel des DFD in Gold ausgezeichnet. Sie bestand seit 1950.

Mitgliederentwicklung:

Ihre Tätigkeitsschwerpunkte waren in den Anfangsjahren die Unterstützung von Hilfsbedürftigen und Verbesserung der Versorgung. Später kam die Aktivierung der in der LPG tätigen Frauen für die Entwicklung der Genossenschaft hinzu. Auf Initiative der DFD-Gruppe kam es:

Die Kulturaktivitäten des Dorfes wurden zu dieser Zeit zum großen Teil von den Frauen getragen. So waren 14 Frauen im Theater-Ring, 8 Frauen im Zirkel „Künstlerische Textilgestaltung“ und 18 Frauen waren Mitglied im Chor. Diese Informationen verdanken wir der langjährigen Vorsitzenden der Ortsgruppe Maust, Irene Schulz.

03/2017, Müh.

Zwangsarbeitereinsatz in der Maustmühle 1944/45

In 2016 neu recherchierte Dokumente im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam ergaben folgende neuen bzw. präzisierende Sachverhalte zum Einsatz von Zwangsarbeitern 1944/1945.

Die Maustmühle wird in Meldungen des Landrates Cottbus an die Gestapo Frankfurt/ Oder als Lager für ausländische Zwangsarbeiter aufgeführt. Von ursprünglich 18 stieg deren Zahl im August 1944 auf 30 und bis November 1944 auf 47 an. Waren zunächst nur Flamen und Holländer aufgeführt, kamen ab August 1944 sogenannte Ostarbeiter hinzu. Deren Anteil betrug im November 1944 64 % (incl. Polen und Ukrainer). Als gesichert kann gelten, dass die Zwangsarbeiter in der Firma Franz W. Keil für die dort stattfindende Rüstungszulieferproduktion in den Produktionsgebäuden der Maustmühle eingesetzt wurden.

Bisher nicht bekannt war das Vorhandensein belgischer und niederländischer Zwangsarbeiter spätestens ab Mai 1944 auf dem Areal der Maustmühle. Es kann vermutet werden, dass auch sie in der Firma Franz. W. Keil eingesetzt wurden. Genauere Informationen werden demnächst veröffentlicht.

03/2017, Müh.

Schule in Maust im 3. Reich

In einem Schreiben des Schulvorstandes Maust vom 1. Juni 1936 an den Regierungspräsidenten in Frankfurt/ Oder ist u.a. eine kurze Darstellung der Schulsituation in Maust enthalten:

Der Schulraum genügt nicht mehr den Anforderungen. Das Schulgebäude ist in einem schlechten baulichen Zustand. Größere Ausbesserungen sind dringend notwendig oder (besser) Neubau einer Schule.

Das Dokument wurde im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam recherchiert.

Die alte Schule musste noch bis in die 1960er Jahre genutzt werden.

03/2017, Müh.

Anfänge der Schule in Maust und in Neuendorf

In einem „Schul - Catalogus von Maust und Neuendorf ... von Ostern 1794 bis dahin 1795 ... angefertigt durch Schulhalter Gottlob Erdmann Mattusch ...“ finden sich folgende Angaben:

Schulbesuche im Winter ordentlich. Im Frühjahr werden dann die Großen zur Feldarbeit gebraucht. Im Sommer bleiben viele Kinder wegen „hoher Dienste“ und „Überhäufter Sommerarbeit“ von der Schule weg.

Das Dokument befindet sich im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam.

03/2017, Müh.