Wappen der Gemeinde Teichland

Chronik Bärenbrück

Bärenbrück

Neuigkeiten und Mitteilungen zur "Ortschronik Bärenbrück"

Per Polizeiverordnung zum Ersatzfeuerwehrmann

Freiwillige Feuerwehren sind wichtig. Sie leisten vor Ort erste Hilfe und werden bei Bedarf durch Berufs- und benachbarte freiwillige Feuerwehren unterstützt. Hier in Brandenburg erleben wir in jedem Sommer Waldbrände, die schnell gelöscht werden müssen. Hat die Freiwillige Feuerwehr zu wenige Mitglieder, so können Einwohner verpflichtet werden, dieser beizutreten. Das kommt heute sehr selten vor, da die FFW's durch die Kinder- und Jugendarbeit meist ausreichend Nachwuchs haben.

Im Kriegsjahr 1939 gab es in Bärenbrück zu wenige Feuerwehrmänner, da viele von ihnen im Krieg waren. Deshalb wurde per Polizeiverordnung am 01.10.1939 der 14-jährige Richard JASORKA zu Ersatzfeuerwehrmann verpflichtet. Richard war Wirtschftsgehilfe, wohnte im Haus Nr. 2 (heute Nr. 9) und diente in der Wirtschaft des heurigen Grundstückes Nr. 51.

Einige Jahre später wurde auch Richard JASORKA Soldat. Er fiel bereits im Alter von 20 Jahren.

Schreiben an Richard JASORKE zur Feuerwehr
Schreiben der Gemeinde an Richard JASORKA zur Verpflichtung als Ersatzfeuerwehrmann vom 01.10.1939

Vielen Dank an Manfred HOBLISCH für die Bereitstellung des Originalschreibens.

07/2018 Hal. / Kno.

Verordnete Nachbarschaftshilfe im Kriegsjahr 1939

Nachbarn hilft man doch gern, insbesondere dann, wenn man gut miteinander auskommt. Im Kriegsjahr 1939 musste dies verordnet werden, da viele Männer eingezogen waren und die Frauen die landwirtschaftliche Arbeit nicht allein bewältigen konnten. Es gab hierfür den Verein NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) der von der NSDAP gegründet wurde.

Auch in Bärenbrück waren solche Hilfen notwendig. So verordnet der Bürgermeister Friedrich BUNKATZ am 10.09.1939 in einem Schreiben an Wilhelm HOBLISCH, dass dieser bei Bedarf Hilfe bei Marie PSCHITZKA zu leisten habe. Ihr Ehemann Friedrich diente zu dieser Zeit bei der Wehrmacht. Ob der Bedarsfall eintrat und Wilhelm HOBLISCH tatsächlich Hilfe leistete, ist nicht bekannt. Beide Männer waren übrigens Nachbarn. Später wurde auch Wilhelm HOBLISCH eingezogen. Zur Hilfe wurden dann Zwangsarbeiter eingesetzt, die meistens aus den eroberten Ostgebieten stammten.

Schreiben an Wilhelm Hoblisch zur Nachbarschaftshilfe
Schreiben der Gemeinde an Wilhelm HOBLISCH zur Nachbarschaftshilfe vom 10.09.1939

Vielen Dank an Manfred HOBLISCH für die Bereitstellung des Originalschreibens.

07/2018 Hal. / Kno.

Das älteste Foto von Bärenbrück

Mit alten Fotos ist das so eine Sache. Viele gingen im Lauf der Zeit verloren und es dauerte sicherlich auch eine ganze Weile, bis die um 1850 praxisreife Fotografie in die Lausitz kam. Oft überdauerten auch nur die Lichtbilder der Haus- und Hof-Photographen oder Aufnahmen, die in größerer Stückzahl vertrieben wurden. Ein solches frühes Werk von Bärenbrück ist eine Postkarte des Gasthauses. Am 19.05.1901 schickte Max in fröhlicher Stimmung eine Postkarte an seinen Bruder Franz nach Eulo bei Forst. Vor dem Gasthaus KUHLE stehen Frauen in wendischer Tracht, dahinter verstecken sich einige Männer und eine Blaskapelle steht gleich daneben. Das Gasthaus KUHLE später LINKE wurde bis 1965 betrieben und um 1980 abgerissen.

Diese Postkarte aus dem Verlag Albert Petersdorf, Cottbus ist derzeit das älteste aufgefundene Foto, welches in Bärenbrück aufgenommen wurde. Wer noch etwas älteres finden sollte, der melde sich bitte.

Postkarte Gasthaus Bärenbrück, Umlauf 1901
Postkarte Gasthaus Bärenbrück, Umlauf 1901

01/2018 Kno./ Hal.

Mittelpunkt der Gemarkung Bärenbrück

Die Gemarkung Bärenbrück umfasst 864,9 ha. Sie ist damit die kleinste unter den 3 Gemarkungen (Bärenbrück, Maust, Neuendorf), die zusammen die Gemeinde Teichland bilden. Maust mit den großen Teichflächen kommt da auf 1464,8 ha und Neuendorf mit dem Kraftwerksstandort auf 1185,1 ha. Klein ist sie, aber wo liegt eigentlich der Flächenschwerpunkt bzw. der Mittelpunkt der Gemarkung Bärenbrück?

Irgendwo in der Mitte muss es einen Punkt geben, um den sich alles dreht bzw. auf dem man die ausgeschnittene Gemarkungsfläche auf einer Nadelspitze lagern kann, ohne dass sie herunterfällt. Man spricht hier auch vom Flächenschwerpunkt. Das ist natürlich alles mathematische Theorie, denn niemand will Bärenbrück herausschneiden.

Der Mittelpunkt der Gemarkung Bärenbrück liegt auf einem Feld unweit des Grundstückes Dorfstraße Nr. 9 d. Wer ein Navi oder ein Smartphone mit GPS hat, der kann die Koordinaten:

eingeben und wird hingeführt. Der Mittelpunkt liegt auf dem kommunalen Flurstück 239. Das längliche Flustück war ein Abzugsgraben, der trocken gefallen ist und verfüllt wurde. Heute wird es als Acker und Wiese genutzt. Einst gehörten die Flächen der Familie ALTKRÜGER aus Bärenbrück. Die wendische Bezeichnung der Flächen lautet SAROLU und bedeutet "Hinteracker". Der heutige Besitzer aber darf sich glücklich schätzen, besitzt er doch auch den Mittelpunkt von Bärenbrück.

Übersichtskarte Mittelpunkt Bärenbrück
Übersichtskarte Mittelpunkt Bärenbrück, M 1 : 13000
Detailkarte Mittelpunkt Bärenbrück
Detailkarte Mittelpunkt Bärenbrück, M 1 : 500
Foto vom Mittelpunkt Bärenbrück
Foto vom Mittelpunkt Bärenbrück, © Wilfried Halbasch, 2018

10/2017 Kno./ Hal.